Geografie
La Gomera ist eine der kleineren kanarischen Inseln und liegt im Westen des Archipels gut 400 Kilometer vor dem afrikanischen Kontinent auf dem Breitengrad Marokkos im Atlantischen Ozean. Die Kanarischen Inseln bilden eine autonome Gemeinschaft innerhalb Spaniens. Gomera gehört innerhalb dieser Gemeinschaft wiederum zur Provinz Santa Cruz de Tenerife. Die relativ kleine, fast kreisrunde Insel hat eine Oberfläche von etwa 370 Quadratkilometern und einen Durchmesser von etwa 22 Kilometern.
Hauptort ist San Sebastián an der Ostküste der Insel. Im Zentrum der Insel befindet sich der Nationalpark Garajonay, der sich durch Lorbeerwälder mit zahlreichen Wanderwegen auszeichnet. Am südlichen Rand des Nationalparks erhebt sich mit 1483 Metern der gleichnamige Garajonay und markiert den höchsten Punkt Gomeras. La Gomera ist vulkanischen Ursprungs und durch die gebirgige Landschaft und die vielen Wanderwege mit herrlichen Aussichten in höheren Lagen, ist die Insel ein beliebtes Wanderziel für aktive Besucher.
Tourismusbüro
Oft wird die Aufgabe der Tourismusförderung vom Staat an private Unternehmen ausgelagert. Für Gomera gibt es offensichtlich eine Internetpräsenz, die offiziell staatlich betrieben wird und welche ich nachstehend verlinkt habe. Die lokalen Touristenbüros befinden sich in San Sebastián, Valle Gran Rey und Playa Santiago. Dort bekommt man vor Ort alle Touristeninformationen und Broschüren. Darüberhinaus gibt es mehrere private Unternehmen, die touristische Informationen und Dienstleistungen anbieten, die ich jedoch nicht erwähne.
Das Tourismusbüro gibt eine touristische Karte im Maßstab 1:50.000 heraus, die ich nachstehend zum Herunterladen anbiete. Diese Karte eignet sich hervorragend für die Autofahrten und die grobe Orientierung auf Gomera. Sie hat nützliche Orte eingezeichnet, wie Aussichtspunkte, Bushaltestellen, Taxistandplätze, Apotheken, Tankstellen, Kirchen und Kapellen. Auf der Rückseite der Karte gibt es Ortspläne von San Sebastián, Valle Gran Rey und Playa Santiago mit weiteren Markierungen von Hotels, Appartementen, Pensionen, Restaurants, Parkplätzen und Banken. Außerdem gibt es eine praktische Entfernungstabelle der wichtigsten Orte.
Fluggesellschaft
La Gomera besitzt bei Playa Santiago zwar einen Flughafen, der jedoch nur aus der Region angeflogen wird. Der nächste internationale Flughafen ist Teneriffa Süd (Flughafencode »TFS«) auf der benachbarten Insel. Die meisten Flugverbindungen zwischen Deutschland und Teneriffa gibt es bei diesem Flughafen, in Gegensatz zum Flughafen Teneriffa Nord (Flughafencode »TFN«), der wiederum mehr regionalen Charakter hat und weniger international ist.
Von Frankfurt und München fliegt Discover Airlines mit Zubringern der Lufthansa aus anderen deutschen Städten nach Teneriffa. Ansonsten fliegt Eurowings aus jenen Städten direkt nach Teneriffa. Beide Fluggesellschaften gehören zur Lufthansa Gruppe. Außerdem gibt es Flüge von Condor, TUIfly und auch Ryanair von deutschen Städten nach Teneriffa. Es gibt also ein breites Flugangebot für diese typische Urlaubsinsel. Über die gängigen Flugbuchungsportale kann jeder einen passenden Flug für seinen Abflugort heraussuchen, unter Berücksichtigung von Preis und Flugzeiten. Man sollte berücksichtigen, zwecks Weitertransport am selben Tag nach und von Gomera, dass die Anreise nach Teneriffa eher früh bzw. die Abreise von Teneriffa eher spät erfolgt.
Der Flughafen Teneriffa Süd mit dem Namen »Reina Sofia« liegt in nur 16 Kilometern Entfernung vom Hafen in Los Cristianos, der in einer guten Viertelstunde über die Schnellstraße »TF-1« erreicht wird. Ich empfehle den Mietwagen nicht erst auf Gomera, sondern bereits ab Flughafen Teneriffa Süd zu buchen. Zwar gibt es eine Busverbindung vom Flughafen nach Los Cristianos (Linie 40 mit Ziel Costa Adeje), diese führt jedoch nicht am Hafen vorbei. Es muss immer noch über einen Kilometer zu Fuß gegangen werden, was mit Koffern unpraktisch und unbequem ist.
Mobilität
Wie zuvor erwähnt ist es praktisch bereits ab Flughafen Teneriffa Süd den Mietwagen zu buchen. Damit kann man direkt zum Hafen in Los Cristianos fahren. Man braucht somit nicht zusätzlich zur Busfahrt zu laufen und Koffer zu schleppen. Es ist bei der Buchung des Mietwagens allerdings darauf zu achten, dass nicht alle Mietwagenverleiher gestatten das Auto mit einer Fähre auf eine andere Insel zu nehmen. Die renomierte Firma »Cicar« erlaubt dies hingegen ohne Zusatzkosten. Es muss nur bei der Abnahme des Mietwagens am Flughafen für die vertragliche Festlegung erwähnt werden.
Um zur Nachbarinsel Gomera zu gelangen muss die Fähre genommen werden. Die beiden Reedereien »Armas Trasmediterránea« und »Fred Olsen Express«, die beide auch Autos transportieren, verkehren zwischen Los Cristianos auf Teneriffa und San Sebastián auf Gomera. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde. Die Mitnahme eines Autos auf der Fähre ist nicht besonders teuer und jedenfalls günstiger als eine Taxifahrt, sodass sich die Buchung eines Mietwagens ab Flughafen Teneriffa Süd sich nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern auch aus Kostengründen lohnt.
Auf Gomera selbst ist ein Mietwagen unerlässlich, um bequem und unabhängig von der Unterkunft zu den Ausgangspunkten der Wanderungen zu kommen und wieder zurück. Manchmal liegt der Endpunkt einer Wanderung anderswo. Dann kann man mit dem Bus oder eventuell mit dem Taxi zum Abstellort des Autos zurückfahren. In dem Fall soll der Endpunkt der Wanderung so gewählt werden, dass diese Möglichkeiten gut gegeben sind. Die Busse auf Gomera, die hier »Guaguas« genannt werden, fahren auf nur den Hauptstrecken zwischen den Hauptorten San Sebastián, Hermigua, Vallehermoso, Valle Gran Rey und Playa Santiago oft genug. Busfahrpläne stehen zur Verfügung.
Unterbringung
Da ich zum Thema »Unterbringung« ausführlicher berichten möchte, habe ich dem an anderer Stelle in diesem Reisebericht eine eigene Seite gewidmet. Dort geht es dann um meine Unterkunft in Las Hayas und warum ich diesen Standort ausgewählt hatte.
Reiseführer
Da Gomera bei deutschen Wandertouristen ein bekanntes und beliebtes Urlaubsziel ist, haben die namhaften deutschen Reiseverlage die Insel Gomera im Programm. Der Reiseführer vom Reise Know-How Verlag ist übersichtlich gegliedert und beschreibt Sehenswürdigkeiten in den folgende Regionen Gomeras: »Der bergige Osten« um San Sebastián, »Der sonnige Süden« um Playa Santiago, »Der dramatische Westen« um Valle Gran Rey, »Der grüne Norden« um Vallehermoso und Hermigua, und schließlich »Der Nationalpark Garajonay« in der Mitte.
La Gomera ist nicht bekannt für ihre Strände, zumal es nicht viele gibt und sie oberdrein aus schwarzem Sand und Steinen bestehen. Dafür glänzt Gomera mit ihrer Landschaft und ihren zahlreichen Wanderwegen. Das Kapitel »Die 25 schönsten Wanderungen« widmet sich deshalb dem Wandern. Es folgen abschließend die Kapitel »Praktische Tipps A-Z« sowie »Land und Leute«.
Wanderführer
Der Wanderführer vom Bergverlag Rother beschreibt eine größere Auswahl an Wanderungen als der oben genannte Reiseführer. Außerdem hat jede Wanderung eine detailliertere Karte und ein Höhenprofil. Des Weiteren werden mehr Bilder pro Wanderung gezeigt, sodass man insgesamt besser einschätzen kann, ob eine Wanderung von persönlichem Interesse sein könnte.
Jede Wanderung leitet mit einem Absatz über deren Charakter ein. Es folgt ein Steckbrief mit Ausgangspunkt, Anforderungen, Einkehr, Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Wanderungen und anschließend eine ausführliche Beschreibung. Die Schwierigkeit einer Wanderung wird farblich mit »Leicht«, »Mittel« oder »Schwierig« gekennzeichnet.
Wanderkarte
Im oben genannten Wanderführer befinden sich Ausschnitte von topografischen Karten, in denen die jeweilige Wanderung farblich eingezeichnet ist. Die Karten im Maßstab 1:50.000 sind zwar nicht sehr detailliert, reichen aber für die Orientierung gut aus. Eine zusätzliche Wanderkarte ist nicht nötig, da die Wanderwege auf Gomera gut ausgeschildert sind. Dort, wo Schilder fehlen, gibt es oft weiß-rote oder weiß-grüne Markierungen. Verlaufen habe ich mich auf Gomera nicht. Ich habe ein GPS-Gerät benutzt um während meiner Wanderungen die Positionsdaten aufzuzeichnen. Die entsprechenden GPX-Dateien biete ich auf den Seiten der Wanderungen zum Herunterladen und zur weiteren Verwendung in einer geeigneten App an.
In den drei Touristenbüros auf Gomera bekommt man die kostenlose Wanderkarte, die ich nachstehend zum Herunterladen anbiete. Sie teilt ein in empfohlenen Rund- und Streckenwanderungen, sowohl im Nationalpark Garajonay als auch außerhalb des Nationalparks, und listet tabellarisch jeweils die Streckennummer, Distanz, Dauer, Aufstieg, Abstieg und Schwierigkeitsgrad. Diese Karte bietet eine gute Orientierung über mögliche und interessante Wanderungen.
🇪🇸 🇬🇧 🇩🇪 🇫🇷 4,9 MB Wanderkarte Gomera
Wetter
Bedingt durch die Lage der Kanarischen Inseln auf der geringen Breite von 28° N (zum Vergleich 50° N für Frankfurt am Main) und deren Lage abseits des afrikanischen Kontinents im Atlantischen Ozean, ist das Klima ganzjährig recht mild. Wenn in Deutschland noch winterliche Verhältnisse herrschen können, kann man auf Gomera bereits im frühen Frühling oder noch im späten Herbst angenehme Wetterbedingungen fürs Wandern finden. Dafür kann der Sommer mit Tagestemperaturen an die 30° C fürs Wandern etwas zu heiß sein. Somit eignen sich Frühling und Herbst am besten für Wanderaktivitäten. Die Tagestemperaturen bewegen sich dann um die 22° C bis 25° C und man kann mit 7 bis 9 Sonnenstunden am Tag und weniger als 5 Regentage im Monat rechnen.
Der vorherrschende Wind auf Gomera ist der Passat aus Nordost (span. Alisio). Der Passat nimmt bei seinem Weg über den Atlantik Feuchtigkeit auf, die an den nördlichen Berghängen Gomeras oft zu Wolken führen und abregnen können. Typisch ist die Ausbildung einer Wetterscheide am zentralen Massiv des Garajonay. Während der Norden bewölkt ist, ist der Süden sonnig. Das führt dazu, dass der Norden generell kühler, feuchter und grüner ist, während der Süden hingegen wärmer, trockener und karger ist.
Ein Wind der auf Gomera seltener auftritt, kommt aus Südost (span. Calima). Er geht mit Hitze und obendrein mit Saharastaub einher. Dieser Wind, der mehrere Tage anhalten kann, wünscht man sich als Tourist nicht, denn die hohen Temperaturen sind dann drückend und belastend. Außerdem trübt der Staub die ansonsten klare Fernsicht.